Rezension: The Love Song of Miss Queenie Hennessy.

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Titel: The Love Song of Miss Queenie Hennessy
[Deutsch: Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry]
Autorin: Rachel Joyce.
Verlag: Transworldbooks – Taschenbuch – 351 Seiten.
AmazonGoodreadsLovelybooksVerlagsseite.

Worum gehts

„Ich bin auf dem Weg. Du musst nur durchhalten. Ich werde Dich retten, Du wirst schon sehen. Ich werde laufen, und Du wirst leben.“ Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.
Der preisgekrönte Roman von Rachel Joyce über Geheimnisse und lebensverändernde Momente, Tapferkeit und Betrug, Liebe und Loyalität und ein ganz unscheinbares Paar Segelschuhe.

– Zusammenfassung von „Die unwahrscheinliche Pilerreise des Harold Fry“ auf Lovelybooks.

Wer ist die Frau, zu der Harold Fry 1000 Kilometer weit läuft? Als Queenie Hennessy erfährt, dass ihr früherer Kollege Harold Fry auf ihren Abschiedsbrief hin durch ganz England zu ihr ins Hospiz läuft, reagiert sie schockiert: Er bittet sie, auf ihn zu warten. Aber wie soll sie denn warten? Sie ist schließlich todkrank. Doch dann beginnt Queenie, einen weiteren Brief an Harold Fry zu schreiben. Während er auf seiner Wanderung ist, wird sie ihm ihre Geschichte erzählen. Und die Wahrheit gestehen, die er nicht kennt. Dieser Roman ist Queenie Hennessys Brief. Die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, deren Leben so ganz anders verläuft, als es alle von ihr erwarten. Ein Roman über Aufbruch, Freiheit, Schuld und Hoffnung – und die Frage, ob wir uns gegenseitig retten können.

– Zusammenfassung von „Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry“ auf Lovelybooks.

Meine Meinung

Nachdem ich Anfang des Jahres mit wachsender Begeisterung die Abenteuer des Rentners Harold in „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ verfolgt habe, bekam ich dank einer Buchverlosung/Leserunde von Lovelybooks die Möglichkeit, die ganze Geschichte nochmal aus ganz anderen Augen zu betrachten. Aus den Augen von Queenie Hennessy, dem „Ziel“ von Harold’s Pilgerreise. Wer ist diese Frau, für die Harold all die vielen Meilen quer durch England läuft? Was haben sie zusammen erlebt? Was verbindet sie? Und was geht im Kopf der Frau vor, die eigentlich nur einen Brief verschickt hat, um Lebewohl zu sagen und jetzt einfach werweißwielange warten soll?
All das und noch viel mehr kann man in „The Love Song of Miss Queenie Hennessy“ erfahren.

Ich muss zugeben: Bevor ich anfing, Queenie’s Geschichte zu lesen, war ich etwas besorgt, dass ich mich vielleicht langweilen könnte – Immerhin hatte ich sie ja bereits durch Harold’s Erinnerungen im ersten Band kennengelernt, wusste wie ihre Geschichte mit ihm begann und wie sie endet – Doch diese Zweifel waren vollkommen unbegründet. Schon nach wenigen Kapiteln war ich wieder komplett gefangen: In Queenie’s Erinnerungen an die Vergangenheit, ihrem Leben im Hospiz, ihrer Krankheit und all den Dingen mit denen sie sich täglich herumschlagen muss … Und dabei ist es wirklich faszinierend zu sehen, wie sich der eigener Blickwinkel auf die einzelnen Charaktere, die man bereits im ersten Band kennengelernt hat, verändert. Gerade Harold kam mir in seiner Erzählung immer wie ein ganz normaler Nullachtfünfzehn-Typ vor. Ganz nett, manchmal witzig, aber nicht besonders helle, vielleicht auch ein klein wenig socially awkward. Ich hatte mehr als einmal Mitleid mit ihm, weil er oft [vor allem von seiner Frau Maureen und seinem Sohn David] missverstanden und schlecht behandelt wurde..
Doch aus Queenie’s Augen heraus sieht man den perfekten Mann, der sie trotz all seiner Fehler, die ihn nunmal zu diesem stinknormalen Menschen machen, ihr ganzes Leben lang verzaubert hat.. Queenie berichtet weder hochtrabend noch kitschig [auch wenn es leicht in diese Richtung hätte abrutschen können] von ihrem Leben und ihren Gefühlen, denn Rachel Joyce verleiht ihrem Charakter eine wundervolle, leise Stimme, die ihre Geschichte mit einfachen Worten erzählen kann.

Übrigens: Der englische Schreibstil ist sehr gut zu lesen [ich musste nicht ein einziges Mal die Wörterbuch-App zücken!] und er gefällt mir sogar um Längen besser als die Deutschen Variante. Ich habe mir von Anfang bis Ende so viele Stellen im Buch angestrichen und mit Fähnchen beklebt, was beweis, dass Miss Joyce wirklich weiß, wie sie mit Worten umzugehen hat. Denn mit dem markieren von Lieblingsstellen fange ich oftmals an, schaffe es aber nur selten bis ganz zum Schluss.

Fazit

Ich bin eigentlich kein Mensch der viel mit romantischen Liebesgeschichten anfangen kann. Ich gurre dabei nicht, ich habe keine Herzchen in den Augen und heule nicht stundenlang, wenn dort etwas trauriges passiert. Aber „The Love Song of Miss Queenie Hennessy“ war etwas vollkommen anderes. Ich habe alles gefühlt – ALLES. Tiefe Liebe, Mitleid, Trauer, Verzweiflung.. Die ganze Palette. Und ich habe mich dabei keinen einzigen Augenblick gelangweilt oder mich von Klischees überrollt gefühlt. Denn auch wenn jeder von uns schon die „großen“ Liebesgeschichten gesehen/gelesen/gehört hat, sind es in meinen Augen immer noch die kleinen, stillen, die einen ganz besonders bewegen. [Und ich werde euch jetzt ohne Scham gestehen, dass ich am während der letzten drei Kapitel durchweg geheult habe. Oh, ja.. Das war ein harter Tag..] Deshalb möchte ich dieses Buch allen empfehlen, die eigentlich nicht auf Liebesgeschichten und Schnulz stehen. Lasst euch damit umstimmen.

Oh, und noch ein kleiner Tipp am Rande – Wie bereits erwähnt, habe ich „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ gelesen, bevor ich mich in Queenie’s Sicht der Dinge gestürzt habe. Und ich würde euch empfehlen, das genauso zu machen. Queenie erzählt uns viel aus der Vergangenheit, sie selbst bekommt aber nicht wirklich mit, was im „hier und jetzt“ passiert und was Harold auf seiner Reise erlebt [ist ja klar]. Außerdem lernt man die Figuren so noch besser kennen und gerade die unterschiedliche Sichtweise der [theoretisch] gleichen Geschichte macht „The Love Song of Miss Queenie Hennessy“ zu etwas so Besonderem. [Viele meiner Mitleser aus der Lovelybooks-Leserunde haben Queenie’s Geschichte aber auch als erstes gelesen und es gab viele gute und sehr gute Kritiken dazu, also müsst ihr natürlich nicht auf mich hören, ich spreche nur von meinen Erfahrungen. ;D]

Fünf Sterne
Ich vergebe fünf von fünf Sternen!

Rezension: Magisterium – Der Weg ins Labyrinth.

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Titel: Magisterium – Der Weg ins Labyrinth [Original: The Iron Trial]
Autorinnen: Cassandra Clare und Holly Black.
Verlag: Bastei Lübbe – Gebundene Ausgabe – 332 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. November 2014
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Geschlagen mit einem lahmen Bein und einer scharfen Zunge ist der zwölfjährige Callum nicht gerade der beliebteste Junge auf dem Planeten. Doch das ist erst mal sein geringstes Problem. Denn just in diesem Moment befindet er sich auf dem Weg ins Magisterium. Der unterirdischen Schule für Zauberei. Ein dunkler und geheimnisvoller Ort. Dort soll er bei Master Rufus, dem mächtigsten Magier der Schule, in die Lehre zu gehen. Doch alles was Call über ihn und das Magisterium weiß, lässt ihn befürchten, das erste Schuljahr nicht lebend zu überstehen.

Meine Meinung

Ich gebe zu: Bei Magisterium – Der Weg ins Labyrinth habe ich ein Buch nach seinem Umschlag beurteilt. Als ich es zum ersten Mal in den Händen hielt, war es tatsächlich Liebe auf den ersten Blick. Aber schaut doch nur hin, es ist einfach wunderschön! Das Cover, das Lesebändchen.. und die kupfernen Seiten erst! Oh, mein Gott. Ich musste es erstmal ein paar Stunden lang anstarren.

Aber Spaß beiseite – Denn bereits nach den ersten paar Kapiteln war ich nicht mehr so begeistert.
Zwar konnte mich das Buch vom Optischen sofort überzeugen, die Story brauchte jedoch eine gewisse Anlaufzeit. Ich wurde mit keinem der Charaktere warm, die anfangs sehr flach geschrieben waren, viele Hinweise auf den späteren Verlauf der Geschichte waren mir zu plump „versteckt“ und der Schreibstil von Cassandra Clare und Holly Black ist mir gerade am Anfang sehr häufig sauer aufgestoßen [was ich aber erwartet hatte, da ich dieses Problem auch oft bei den Chroniken der Unterwelt hatte]. Ähnlich unbeeindruckt war auch mein erster Beitrag zur Lovelybooks-Leserunde. Aber Stopp! Geht noch nicht!

Denn natürlich habe ich weitergelesen. Und wurde langsam aber sicher aus meiner Grube der Enttäuschung herausgezogen. Ab einem gewissen Punkt nimmt die Geschichte nämlich Formen an und wird von Kapitel zu Kapitel fesselnder. Sehr schöne Freundschaften entstehen, die Charaktere werden sympathischer und man erfährt endlich etwas mehr über sie, das Leben und der Unterricht im Magisterium sind sehr interessant dargestellt, und an manchen Stellen wird es sogar echt spannend!

Besonders gut gefallen haben mir die letzten Kapitel, die bewiesen haben, dass meine großspurige Behauptung „Ich weiß, was am Ende passiert! Ich wusste es schon nach dreißig Seiten!“ vollkommen falsch war. In der Leserunde schrieb jemand sinngemäß zu dem Thema: Egal, was du denkst. Es ist falsch. Und das stimmt. Dadurch macht das Ende von Magisterium – Der Weg ins Labyrinth [das, wie ihr euch sicher denken könnt, der Beginn einer Reihe ist] unheimlich viel Lust auf mehr und ich kann euch versprechen, dass ich mir die Fortsetzungen ebenfalls zulegen werde. In der Geschichte gibt es nämlich noch viele Potenziale,  die ausgeschöpft, und tausende Wege, die eingeschlagen werden können. Und ich bin echt gespannt darauf, was Cassandra Clare und Holly Black daraus machen!

Fazit

Auch wenn Magisterium – Der Weg ins Labyrinth relativ schwach anfängt, einem so gut wie jeder Charakter unsympathisch ist und die Story selbst, gerade in den ersten Kapiteln, oftmals ein bisschen an Harry Potter erinnert, lohnt es sich, über die ersten paar Kapitel hinauszukommen und richtig in die Abenteuer von Call, Aaron und Tamara einzutauchen. Aufgrund des eher kindlichen Schreibstils ist es vielleicht für etwas jüngere Leser gedacht, aber auch ich [die ich stolze zwanzig Lenze zähle] konnte mich nach einer Weile gut damit abfinden. Falls ihr also zufälligerweise gerade ein gutes Geschenk für einen coolen Menschen sucht [immerhin rückt Weihnachten immer näher!], lege ich euch dieses Buch ans Herz. Probiert es aus – Das könnte das nächste große Ding werden. Und dann könnt ihr sagen:

„Ich hab’s gelesen, bevor es cool war!“ ;D

Zwei Sterne
Ich vergebe drei von fünf Sternen.


= Vielen Dank an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar! =

Rezension: Godspeed – Die Reise beginnt.

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Titel: Godspeed – Die Reise beginnt [Original: Across the Universe]
Autorin: Beth Revis
Dressler-Verlag – Gebundene Ausgabe – 445 Seiten
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Worum gehts

Die 17-jährige Amy ist einer der eingefrorenen Passagiere an Bord der Godspeed. Sie hat alles zurückgelassen – ihren Freund, ihre beste Freundin, ihr komplettes bisheriges Leben – um mit ihrem Eltern am Projekt Arche teilzunehmen. Amy und ihre Eltern sollen am Ende ihrer Reise zu einem neuen Planeten wiedererweckt werden – 300 Jahre in der Zukunft. Aber 50 Jahre vor der geplaneten Landung wird Amys Kühlkasten mysteriöserweise abgeschaltet und sie wird gewaltsam zurück ins Leben gerissen. Hat jemand versucht Amy umzubringen? Von nun an ist Amy in einer Welt gefangen, die ihr vollkommen fremd ist. Alle Passagiere der Godspeed folgen gehorsam dem tyrannischen und Furcht einflößenden Anführer. Alle – bis auf den jungen rebellischen Junior, der vom ersten Moment an von Amy fasziniert ist. Irgendwie fühlt sich Amy zu Junior hingezogen. Aber kann sie einem Jungen vertrauen, dem sein Leben lang der Blick hinter die kalten Metallwände der Godspeed verborgen blieb? Amy weiß nur, dass ihr und Junior nicht mehr viel Zeit bleibt, den schrecklichen Geheimnissen der Godspeed auf die Spur zu kommen.

Meine Meinung

Achtung, Achtung. Auf kleinere Spoiler konnte ich nicht verzichten.

Lasst mich eins klarstellen: Ich bin kein großer Worldbuilding-Kritiker. Ich hinterfrage Dinge in Fantasy- oder Sci-Fi-Literatur nicht. Ich nehme sie in den meisten Fällen einfach hin und „Logikfehler“ die vielen gleich ins Auge hüpfen, fallen mir erst auf, wenn ich erboste Kritiken darüber lese. Wenn mir Beth Revis also auftischen möchte, dass alle Besatzungsmitglieder der Godspeed dunkle Haut, braune Augen und schwarze Haare haben, ist das okay für mich. Wenn sie meint, dass der Antrieb des Raumschiffs aus diesen oder jenen [nach Internet-Recherche eher zweifelhaften] Gründen nicht mehr richtig funktioniert und irgendwann vielleicht ganz ausfällt, ist mir das eigentlich auch egal.. Im Gegensatz zu vielen Lesern auf Goodreads war ich vom Worldbuilding ziemlich begeistert. Ich mochte, wie die Godspeed aufgebaut ist [hierbei auch ein großes „Huiii“ an die tolle Karte des Schiffes, die der Dressler-Verlag in die Innenseite des Buchumschlags gedruckt hat], wie die Menschen an Bord ruhig gestellt wurden, damit „der Frieden gewahrt“ wird und die vielen Geheimnisse, die der Älteste [der Anführer] verbirgt.

Die Story ist interessant und fantasievoll, hat ein paar gute Drehungen und Wendungen und obwohl ich nicht der größte Fan des „Ich-Erzählers“ bin, finde ich Beth Revis‘ Schreibstil sehr angenehm und gut zu lesen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man Godspeed auch in einem Rutsch durchlesen kann, wenn man Zeit und Lust dazu hat. Dass die Kapitel relativ kurz gehalten sind und immer zwischen den Sichtweisen von Amy und Junior wechseln, hilft dabei natürlich auch.

Aber ich würde diese Rezension nicht schreiben, wenn ich nicht auch ein bisschen was zu meckern hätte. Zum Beispiel sind nicht alle der oben erwähnten Plottwists sonderlich gut gelungen:
Wer hat Amy aufgetaut und warum? – Wusste ich, nachdem ich den Umschlag gelesen habe.
Wer ist der Bösewicht, der die anderen eingefrorenen Passagiere umbringt? – War mir klar, als die Person zum ersten Mal auftaucht.
Und wenn man die größten Enthüllungen des Buches schon durchschaut hat, bevor man Seite 100 erreicht hat, ist das natürlich ziemlich enttäuschend. Kleine Hinweise und ein bisschen Foreshadowing sind ja grundsätzlich super. Wenn man aber Charaktere so schreibt, dass man sie sich schon mit einem riesigen „HIER, ICH WARS!“-Schild vor der Stirn vorstellt, läuft irgendwas falsch. Nichtsdestotrotz gibt es aber ein paar Einzelheiten und Geheimnisse des Schiffes, die man nicht sofort errät. [Zum Glück!]

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich die „Liebesgeschichte“ zwischen Junior und Amy. [Ich hoffe, ihr seht diesen Satz nicht als Spoiler. Immerhin reden wir von einem Young-Adult-Buch.] Ich kann nicht nachvollziehen, was die beiden aneinander finden. Junior sieht Amy zum ersten Mal, als sie noch eingefroren ist, bemerkt ihre roten Haare und ihre blasse Haut und ist Hals über Kopf verschossen. Ja, toll. Wiedermal eine Verliebtheit, die sich nur auf’s Aussehen bezieht. Ugh. Langweilig. Leider konnte mich Amy im weiteren Verlauf des Buches auch nicht sonderlich mit ihrem Charakter überzeugen.
Amy wiederum sieht Junior, kurz nachdem sie aufgetaut wurde. Sie reden zwei Minuten, wobei Junior ihr beizubringen versucht, dass sie 50 Jahre zu früh aufgeweckt wurde. Und NATÜRLICH erkennt sie in dieser kurzen Zeit, dass er SO(!) anders ist, als alle anderen. Ach, ach, ach. Und so kommen inneren Monologe zustande, wie: „Man kann nirgendwo hinrennen. Aber, flüstert mein Herz, da ist Junior.“ Okay, klar. Junior ist einer der wenigen auf dem Schiff, die nett zu ihr sind. Aber das ist zum Beispiel auch Harley, Junior’s bester Freund. Hätte sich zwischen Harley und Amy im Laufe der Zeit eine Romanze aufgebaut, hätte ich das verstehen können. [Die beiden hätte ich sogar geshippt!]

Aber Junior und Amy – Das geht gar nicht. Unglaubwürdig, null Chemie und vollkommen überstürzt.

Sehr schade finde ich außerdem, dass über die fast 500 Seiten des Buches kaum etwas wirklich spannendes passiert. Allein auf den letzten Seiten hatte ich noch die dumpfe Hoffnung, dass sich jetzt doch ein Spannungsbogen aufbaut, wurde aber leider enttäuscht. Der „Finale Showdown“ [um es mal etwas dramatischer zu formulieren] ist nach zirka drei Seiten schon wieder vorbei. Schade, schade.

Fazit

Trotz vieler frustrierter „OH, MEIN GOTT, DAS IST SO OFFENSICHTLICH!“-Schreie meinerseits, habe ich mich beim Lesen von Godspeed – Die Reise beginnt ganz gut unterhalten gefühlt. Es ist ein typischer erster Teil einer typischen Young-Adult-Reihe: Man wird über viele Seiten in diese neue Welt eingeführt, lernt die Regeln kennen und kann sich ein gutes Bild vom Leben auf der Godspeed machen. Der Schreibstil ist angenehm und durch das recht abrupte Ende ist man quasi dazu genötigt, dem Folgeteil eine Chance zu geben – Und das werde ich auch tun. Gerade was die Charaktere angeht, gibt es dort noch viel Potential, das in Die Suche und Die Ankunft ausgeschöpft werden kann und ich bin wirklich gespannt, was Beth Revis daraus macht. Tolle Ideen hat sie ja teilweise, die gute Frau.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der etwas zum „Nebenbei“-lesen sucht. Godspeed kann wirklich Spaß machen – wenn man nicht zu sehr darüber nachdenkt. Weder über die wissenschaftlichen, noch über die romantischen Facetten. [Das war wahrscheinlich mein Fehler. ;D]

Zwei SterneIch vergebe drei von fünf Sternen!

Wer übrigens – wie ich – immer einen hübschen Soundtrack zum Buch braucht, dem verlinke ich hier eine Playlist, die ich während des Lesens rauf und runter gehört habe. Viel Spaß damit.

Serientipp: Teen Wolf

In den letzten vier Tagen gab es nur eine Sache für mich zutun:
Teen Wolf auf meinem Computer schauen.
Ich bin durch Tumblr auf diese Serie gestoßen. Momentan gehen nämlich – zumindest in meiner Timeline – eine Menge GIF’s, Meme’s und süße Ship-Bilder um.
Und ich konnte einfach nicht widerstehen, wirklich nicht! Das ist auch so ziemlich unmöglich, wenn man ständig sowas vor der Nase hat.

Holy Hell, Yes.


Und so hat es begonnen. So kam es, dass ich jeden Tag ca. 7 Stunden im Bett verbracht und mir zwei Staffeln einer Werwolf-Serie reingezogen habe.

Ich gebe offen zu – Wenn man den Trailer der ersten Staffel sieht, möchte man vom Stuhl springen und sich im Kleiderschrank verstecken, so doof wie der ist. Aber es ist nunmal eine MTV-Serie und MTV verrät scheinbar gerne alles im Trailer. Aber okay! Da stehen wir drüber.

Im Großen und Ganzen geht es um den High School-Schüler Scott McCall, der sich mit seinem besten Freund ‚Stiles‘ Stilinksi (dessen echter Vorname bisher noch nicht verraten wurde) so durch’s Leben quält. Keiner der beiden ist sonderlich beliebt, oder begabt.. In irgendwas. Beide sind zwar im Lacross-Team ihrer Schule, sind aber solche Loser, dass sie noch bei keinem einzigen Spiel auf’s Feld durften.
Nunja. Eines Nachts schleichen sich Scott und Stiles in den Wald, in welchem die Polizei die untere Hälfte einer Leiche gefunden haben soll. Auf der Suche nach der fehlenden Hälfte wird Scott von einem Tier angegriffen, das – Ihr ahnt es sicher schon – sich im Laufe der Pilotfolge als Wolf entpuppt. Und natürlich war es kein normaler Wolf, nein. Es war ein Werwolf.

Und so dauert es nicht lange, bis aus dem langweiligen, asthmatischen Schlappschwanz Scott McCall ein haariger, breitnasiger, spitzohriger, goldäugiger Werwolf wird – Natürlich nur unter besonderen Umständen.
Das Leben als Werwolf hält aber mehr bereit, als nur bei Nacht den Mond anzuheulen. Scott kann nun schneller rennen, besser riechen und hören, darf nun beim Lacross auf’s Feld und findet endlich ein Mädchen. Allison. Deren Eltern Werwolf-Jäger sind … Jeeeepp. Und da haben wir das Problemchen, das wir nicht mit einem Becherchen lösen können.

In der Ersten Staffel geht es noch weitestgehend darum:
– Mit dem allgemeinen Feindbild Derek Hale (*_*) fertig zu werden.
– Scott etwas Selbstkontrolle beizubringen.
– Schnulzige Worte an Allison zu richten.
– Den bösen, bösen Alphawolf zu finden und zu töten und so.
– Und festzustellen, was für ein wunderschönes Paar Derek und Stiles doch abgeben würden!

Obwohl das ganze vielleicht etwas abgedroschen und langweilig klingt, ist es das bei weitem nicht. Mir hat die erste Staffel wirklich sehr viel Spaß gemacht und man hat vom ersten Moment an gemerkt, wie süchtig diese Serie macht. Außerdem hatte ich die ganze Zeit den Trailer der Zweiten Staffel vor Augen, der doch um einiges gängiger ist, als der vorherige.

Lookie, Lookie!

Wenn man sich also bis zur zweiten Staffel durchgekämpft hat, wird man schnell merken, dass es sich mehr als gelohnt hat. Denn ich persönlich saß mindestens 20 der 40 Minuten pro Episode mit offenem Mund vor meinem Computer und stammelte „What … the holy hell … is this?!“. Ganz ehrlich. Es wird Schleim produziert, Leichensäcke werden zugezurrt, eine Menge Haut ist zu sehen (Tyler Hoechlin, Tyler Hoechlin! *_*) und ein Typ frisst ’ne Schlange, die ihm nach einer Weile aus dem Auge wieder rauskriecht. Really Really Seltsam.

Aber natürlich will ich nicht zuviel vorweg nehmen. Meiner Meinung nach ist es eine nette Serie für Jugendliche, der zwar manchmal etwas an Storyline fehlt, dafür aber mit superheißen Schauspielern, tollen Aufnahmen und Effekten und einem megaguten Soundtrack besticht.
In jedem Fall solltet ihr solltet Teen Wolf wirklich mal ausprobieren. Soweit ich weiß, kann man sich die Folgen auf der MTV-Hompage ansehen, oder man nutzt andere geheime Seiten. Zum Beispiel die, die mit k anfängt und mit x aufhört. Ihr versteht schon. ;]

I have stuck with Harry ‚til the very end.

Der folgende Text mag etwas wirr sein. Aber ich bin es auch.
Seht euch den Film einfach an, dann werdet ihr es verstehen.
Nehmt Taschentücher mit.
Sie werden nicht nur für die feuchten Augen sein, glaubt mir.
Sondern auch für die feucht gewordenen Unterhöschen!

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Mittwochabend war es also soweit. Alles hat ein Ende gefunden. Die letzte Schlacht gegen Voldemort, um Hogwarts und um die ganze Welt wurde gefochten, es wurde geweint, geliebt, gekämpft, gestorben .. Aber schön langsam und der Reihe nach:

Ich persönlich hatte ja furchtbare Angst vor’m letzten Teil. Weil es so endgültig war. So beeindruckend, so .. groß! Deshalb habe ich mir den Meisenmann, Matjes und Gretelchen unter beide Arme geklemmt und marschierte so in bester Begleitung ins Kino. Um auch ja ungestört zu sein, reservierte ich fast die ganze restliche Reihe neben uns für Tyler Durden (hat auch geklappt, mache ich jetzt sicher öfter) und das Abenteuer konnte beginnen.

(Sollte ich einige Abläufe durcheinander bringen, nehmt es mir nicht übel. Klarkommen ist schwer.)

Anfang. Voldemort, der Elderstab, Dumbledore’s Grab. Epische Musik, Potter-Streichorchester, eben. Alte Schule, meine Damen und Herren.

Harry an Dobby’s Grab, Shell Cottage. Luna, die feststellt, dass es wunderschön dort ist und dass Muggel glauben, dass Traumfänger das Böse vertreiben, oder so. Harry, der den Raum betritt und findet: „Es ist Zeit mit ihm zu reden“.
‚Er‘ ist in diesem Falle Griphook (falls ihr euch nicht erinnert: das ist der Kobold, den das Trio im letzten Teil zusammen mit einigen anderen aus diesem seltsam dunklen und unendlich beengten Untergeschoss der Totesser befreit hat).  Pläne werden geschmiedet, Hermine wird zu Bellatrix und Ron zu so ’nem Typ mit Bart, dessen Namen ich nicht kenne. Mithilfe des Imperio-Fluchs und dem Kobold-Heini schaffen sie es Letztenendes in die Zaubererbank einzubrechen, einen weiteren Horcrux zu stehlen und dann auf dem Rücken eines zermürbten, aber doch sehr goldigen Drachen (begleitet von wunderschöner, zu Tränen rührender Musik) zu fliehen. Erster Moment, in dem ich hätte heulen können. Unter imenser Kraftanstrengung schaffte ich es jedoch, mich zurückzuhalten.

Um nicht allzuviel vom Film zu verraten springe ich ein wenig vor.
Wir lernen Aberforth kennen, Dumbledores Bruder, der verdammt verbittert wirkt, aber doch einen gewissen Sexappeal  (und einen stolzen Bart) besitzt. Mir jedenfalls hat er gefallen. Dummerweise verschwindet der Gute schon nach kurzer Zeit, wird jedoch sogleich von einem neuen Neville mit sehr kantigem und  kaputtgespielten Gesicht ersetzt. Er hat sich in der Zwischenzeit zu soetwas wie dem Max Manus von Hogwarts hochgeschlafenkämpft und ist .. ja, doch .. irgendwie sexy geworden. Er führt Harald, Ronaldo und Herminchen durch einen tollen kleinen Tunnel und bringt sie so zum Rest der Widerstandsgruppe. Wiedersehenfreude, Adrenalin .. und Harry, der einen ansehnlichen Ständer bekommt, weil er Ginny erblickt. Süß, der Kleine.

Mein eigener Ständer wächst stetig, als unsere Widerstandskämpfer sich nun gegen Snape (der wiedermal eine so erotische, langsame Ansprache hällt ♥) und die bitterbösen Slytherin auflehen. Harry schwingt eine heldenhafte, aufrührende Rede, Minerva unterstützt ihn, wo sie kann. Ich verliebe mich unterdessen in sie. Minerva McGonnagall, die mir in den vorherigen Teilen nie besonders aufgefallen ist, beeindruckt mich zutiefst. Ich sage zu Gretel: „Sie ist so unendlich wütend, all der Hass gegen diese schlechte Welt, gegen all diesen Mist, der da läuft, schießt gerade aus ihr heraus und trotz allem strahlt sie diese unendliche Würde aus.“ Gretel nickt und lächelt. Sie versteht es.

So weit, so hart. Die Hogwarts-Schüler & -Lehrer errichten Zauberschutzmauern, erwecken Steinstatuen zum Leben und Minerva bringt mich dazu, sie noch mehr zu lieben. Harry sucht unterdessen das Diadem von Ravenclaw und erhofft sich Hilfe von der ebenso schönen, wie grauen, Helena. Sie, von PMS und Stimmungsschwankungen geplagt, kann den todtraurigen Harry-Augen nicht lange widerstehen und sagt sowas poetisches, was ihn dazu bringt, im Raum der Wünsche nachzusehen. Er findet das Diadem.
Draco, Scheiße & Goil. Ron und Hermine, welche es inzwischen geschafft haben, sich zu küssen. (Und .. ach ja! Einen Horcrux mithilfe einen Basiliskenzahns zu zerstören, aber das ist ja eher Nebensächlich. Ich mein.. SIE HABEN SICH GEKÜSST, ALTER!) Feuer. Zauberstäbe. Wichtel. Viel versteckter Kram. Besen. Wilde Flucht aus dem Raum der Wünsche.

Eine der epischsten Schlachten der Filmgeschichte beginnt. Tote, Feuer, Trümmer und missgebildete Gestalten, überall. Es ist der Wahnsinn.
Ich kann sie nicht beschreiben. Alles, was ich sagen könnte, würde diesem Spektakel nicht gerecht werden.

Voldemort tötet Snape. Nunja, eigentlich tötet Nagini Snape, aber sie ist nur eine Schlange. Oder etwa nicht?! Nein! Sie ist ein weiterer Horcrux, aha!
Harry sprintet zu Snape, eine sehr homoerotische Szene beginnt. Snape beginnt zu weinen, fleht mit letzter Kraft und allerletztem Lebenswillen „Fang sie auf“ und Harry fängt sie auf. Die Träne ist eine Erinnerung, beziehungsweise sehr viele Erinnerungen zusammengefasst.
Im Denkarium: Snapes Leben, so bitterliche traurig, so wunderschön, dass ich nun doch anfage zu weinen. Die Liebe, die dieser Mann für Lilly empfunden hat, ist zu viel für mich. So viel ertrage ich nicht, ehrlich.
Wir finden herraus, dass Snape immer auf Dumbledore’s Seite war, ihn nur getötet hat, weil der Bärtige selbst es so wollte.
Ich wusste doch, dass meine Zuneigung für Snape nicht ungerechtfertigt war.

[Ich bin so geschafft, Junge. Sowas schreib‘ ich nie wieder.]
Um euch das Ende nicht gänzlich zu verraten [und mich nicht vollends zu töten], nur noch Stichworte:

‚I open at the close‘ ; Du warst so mutig, mein Junge ; „Bleibt ihr bei mir?“ – „Ja, bis ganz zum Schluss..“ ; Nasen-Voldi zeigt schönstes Lächeln ; Haariger, trauriger Hagrid ; Verstümmeltes-Voldi-Baby ; Gandalf-Dumbledore ; Kings Cross ; hocherotische Neville-Ansprache ; Schwertgefuchtel ; Epische Zeitlupen-Momente ; Molly vs. Bellatrix ; ‚Not my daughter, bitch!‘ ; Elderstäbchen ; Grün vs. Rot ; Harald vs. Voldi ; Gut vs. Böse ; Nase vs. Keine Nase ; ‚Because I have something worth living for‘. Ja, und er hat etwas wofür es sich zu Leben lohnt …

19 Jahre später. ♥
Viele, viele Kinder mit seltsamen Namen. Hachigkeit hoch 200.