Rezension: Zusammen sind wir Helden.

Titel: Zusammen sind wir Helden.
Original: The Serpent King.
Autor: Jeff Zentner.
Verlag: Carlsen Verlag – Hardcover – 368 Seiten.

worum-gehts

Ohne seine Gitarre wäre Dills Leben wirklich trostlos: Sein Vater ist im Gefängnis, seine Mutter unglücklich, und nach der Schule soll er im örtlichen Supermarkt arbeiten, um die Schulden abzubezahlen. Aber Dill sehnt sich nach einem anderen Leben, irgendwo da draußen. Seine Träume teilt er mit seinen beiden besten Freunden: Lydia, selbstbewusst und mit dem festen Plan, als Modebloggerin nach New York zu gehen, und Travis, der halb in seiner geliebten Fantasy-Serie lebt. Zusammen, glauben sie, können sie alles schaffen.
[Quelle: Carlsen Verlag]

meine-meinung

Ich glaube, Jeff Zentner und ich werden wohl keine allzu guten Freunde mehr. Ich weiß nicht, was es ist, aber irgendwie haben seine Bücher immer etwas, das mich am Anfang sehr anspricht und am Ende dann doch bitter enttäuscht. Bei Goodbye Days war es schon so, dass mir die Grundidee sehr gut gefallen hat, mich die Geschichte insgesamt aber einfach nicht überzeugen konnte und mir das Gefühl vermittelt hat, als hätte sich der Autor ein bisschen zu viel vorgenommen. Mit seinem Debüt-Roman Zusammen sind wir Helden ging es mir sehr ähnlich, obwohl ich es insgesamt im Vergleich besser fand als seinen Nachfolger. Aber first things first: Ich möchte mich erst einmal ganz herzlich beim Carlsen Verlag bedanken, die kleinen Anfänger-Bloggern wie mir die Möglichkeit geben, eins von drei kostenlosen Rezensionsexemplaren auf ihrer Website auszusuchen, zu lesen und ihren Senf dazuzugeben. Dieses Angebot ist wirklich großartig! Weiterlesen

Rezension: Gemina.

Titel: Gemina.
Autoren: Amie Kaufman + Jay Kristoff.
Reihe: The Illuminae Files.
Vorgänger: Illuminae.
Nachfolger: Obsidio.
Verlag: Knopf Books for Young Readers – Hardcover – 659 Seiten.

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worum-gehts

Hanna is the station captain’s pampered daughter; Nik the reluctant member of a notorious crime family. But while the pair are struggling with the realities of life aboard the galaxy’s most boring space station, little do they know that Kady Grant and the Hypatia are headed right toward Heimdall, carrying news of the Kerenza invasion. When an elite BeiTech strike team invades the station, Hanna and Nik are thrown together to defend their home. But alien predators are picking off the station residents one by one, and a malfunction in the station’s wormhole means the space-time continuum might be ripped in two before dinner. Soon Hanna and Nik aren’t just fighting for their own survival; the fate of everyone on the Hypatia—and possibly the known universe—is in their hands. But relax. They’ve totally got this. They hope.

meine-meinung

Wie bereits in meiner Rezension über Illuminae angekündigt, habe ich die letzten Tage damit verbracht, mich auf die Veröffentlichung von Obsidio vorzubereiten und innerhalb kürzester Zeit den zweiten Band der Illuminae Files von Amie Kaufman und Jay Kristoff zu verschlingen. And chum: It was amazing!
Ich habe die folgende Rezension zur besseren Orientierung und Spoiler-Vermeidung mal ein bisschen aufgegliedert. Was die Spoiler angeht, habe ich versucht, diese so gut es geht zu vermeiden, aber wer Illuminae noch nicht gelesen hat [und ich wüsste keinen plausiblen Grund dafür!] und möglichst unwissend an die Buchreihe herangehen möchte, dem empfehle ich trotzdem, lieber nicht weiterzulesen. Weiterlesen

Rezension: Six of Crows.

Ich weiß, ich komme damit mal wieder sehr spät zur Feierlichkeit und habe mir eigentlich auch viel zu viel Zeit beim Lesen gelassen, aber.. Leute! Six of Crows! Holy Macaroni! Das war vielleicht ein Ritt!

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Titel: Six of Crows
Nachfolger: Crooked Kingdom [Herbst 2016]
Autorin: Leigh Bardugo
Verlag: Hachette Children’s Group – Hardcover – 495 Seiten
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Worum gehts

Ketterdam: a bustling hub of international trade where anything can be had for the right price-
and no one knows that better than criminal prodigy Kaz Brekker.
Kaz is offered a chance at a deadly heist that could make him rich beyond his wildest dreams. But he can’t pull it off alone… A convict with a thirst for revenge. A sharpshooter who can’t walk away from a wager. A runaway with a privileged past. A spy known as the Wraith. A Heartrender using her magic to survive the slums. A thief with a gift for unlikely escapes. Six dangerous outcasts. One impossible heist. Kaz’s crew is the only thing that might stand between the world and destruction―if they don’t kill each other first.

Meine Meinung

Darf ich gleich zu Anfang ganz kurz oberflächlich sein und betonen, dass Six of Crows einfach mal das wunderschönste Buch ist, das ich seit langem in den Händen halten durfte? Dieser Schutzumschlag, die schwarzen Seiten, die Gestaltung der Kapitelüberschriften.. Es ist der Traum eines jeden Buchnerds! ❤

Okay, jetzt wo wir das geklärt haben, kommen wir ohne große Umschweife auf die Inneren Werte zu sprechen: Eigentlich war ich nicht sonderlich gespannt auf Six of Crows, das muss ich wirklich zugeben. Zwar habe ich Anfang 2015 schon die Grischa-Trilogie von Leigh Bardugo gelesen und für sehr gut befunden, aber grundsätzlich hatte ich nicht das allergrößte Bedürfnis verspürt, nach Ravka und Umgebung zurückzukehren. Das ist auch der Grund, warum ich erst jetzt mit auf den Hype-Train aufspringen und euch sagen kann: Lest dieses Buch! Los, schnell! Es ist die pure Genialität!

Aber warum ist es die pure Genialität, Isa?“ höre ich euch fragen. C’mere and I’ll tell ya!

Not my edit, of course.

Das allererste, was mir in den Sinn kam, als ich Six of Crows beendet hatte, war: „Oh, mein Gott, was muss sich diese Frau beim Schreiben der Grischa-Trilogie zurückgehalten haben.“ Denn nur so – oder durch eine extreme Weiterentwicklung ihrerseits – kann ich mir erklären, wie Leigh Bardugo dieses Meisterwerk abgeliefert hat. Wie gesagt, ich fand die Grischa-Trilogie sehr gut, doch es hatte eben auch so seine Ecken, an denen ich angestoßen bin.. Aber alles was mir damals an Alina [der Hauptperson der Reihe] auf den Senkel gegangen ist, war plötzlich weggeblasen! Keine ellenlangen nervigen inneren Monologe, keine übelsten Selbstzweifel, keine Langeweile.. Gar nichts davon! Stattdessen werden uns jetzt sechs Charaktere hingestellt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber eins gemeinsam haben: Sie sind unheimlich Badass. Und nicht nur das. Sie wissen, was sie können und verlassen sich auch in verdammt schwierigen Situationen auf ihre Fähigkeiten. Jeder Einzelne ist realistisch ausgearbeitet, wirkt so menschlich und hat eine komplexe Hintergrundgeschichte, die nach und nach enthüllt, warum er/sie so geworden ist, wie er/sie eben ist. Besonders hervorgestochen hat für mich hierbei Kaz Brekker: Dirtyhands, the Bastard from the Barrel. Während er in den ersten Kapiteln noch unnahbar, kalt und absolut überlegen wirkt, dreht sich das im Laufe der Geschichte komplett um und mit jeder Seite über seine Vergangenheit wird eine weitere Schicht seiner „Rüstung“ niedergerissen.

Grundsätzlich kommt mir Six of Crows sehr viel erwachsener vor, als Leigh Bardugos bisherige Veröffentlichungen. Zwar sollen die Hauptfiguren auch alle um die 16-18 sein, sie kommen aber definitiv in ihrem denken/handeln sehr viel älter rüber – Ich hätte alle so in die Mittzwanziger-Schiene gesteckt.. Vielleicht bin ich aber auch einfach so gebeutelt von den typischen Young Adult Charakteren, dass ich praktisch schon davon ausgehe, dass alle Teenager nervige, weinerliche Loser sind.. Wer weiß?

In diesem Zusammenhang fand ich es auch sehr erfrischend, dass es endlich mal keine bescheuerten Love Triangles oder sonstigen Klischee-Bullshit gab. Holy C[r]ow, das hat mich so glücklich gemacht! ❤ Zwar gibt es auch potentielle Ships [von denen eins – wenn mich nicht alle meine Gaydar-Sinne gewaltig täuschen – nicht Hetero ist. Danke dafür, Leigh!], die ich alle segeln sehen will, aber keine dieser Romanzen geht einem auf die Nerven. Weil sie im Hintergrund stattfinden, nicht übertrieben werden und der eigentlich Mission nie im Weg stehen. Und auch Freundschaften bleiben nicht auf der Strecke! Alle kommen sich im Laufe der Reise näher, lernen, sich gegenseitig zu Schätzen und zu Vertrauen. Besonders wunderbar fand ich die Freundschaft zwischen Inej und Nina, die so echt und liebenswürdig dargestellt wurde. Kein Girl-On-Girl Hate! In keinem einzigen Moment! ENDLICH!

Es waren aber nicht nur die Charaktere, die mich auf ganzer Linie überzeugen konnten. Nein, die ganze Handlung an sich – der Plan, die Reise zum Ice Court und der eigentliche Raubzug – war auch sehr raffiniert gestrickt und in keinem Moment langweilig. Ich war ständig gespannt, was als nächstes passieren wird und wurde immer wieder positiv von Leigh Bardugos Ideen überrascht. Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen und hat einfach nur extreme Lust auf mehr gemacht. Der September kann also gar nicht schnell genug kommen, damit ich endlich Crooked Kingdom lesen kann!

Fazit

Was soll ich hier noch für ein großes Fazit ziehen? Ihr habt meine Schwärmerei ja gerade gelesen und vielleicht auch schon meine 100 Tumblr-Reblogs pro Tag ertragen müssen. Ich bin schlicht und einfach begeistert von Six of Crows und empfehle jedem, sich dieses Buch mal zu gönnen.
Übrigens müsst ihr die Grischa-Trilogie nicht gelesen haben, um euch in Ketterdam zurechtzufinden. Nach den ersten paar Kapiteln seid ihr sowieso voll im Geschehen und kriegt schon mit, was ihr über die Welt der Grischa wissen müsst. Und wer sagt: „Ach, nee. Die Trilogie war mir zu kindisch und weinerlich und [*sonstige Beschwerde einfügen*]..“ – FEAR NOT! Dieses Buch ist so viel erwachsener und leidet auch keineswegs unter den typischen „Jugendbuch“-Klischees. Also los jetzt! Ich will keine Ausreden mehr hören – Gönnt euch! Lest es. Und wenn ihr fertig seid, sagt Bescheid und dann können wir gemeinsam nach Fanfiction suchen [auf AO3 hab ich schon alle durch, aber vielleicht findet ihr noch andere?!] und in Erwartung auf Crooked Kingdom fürchterliche Qualen leiden. Das wird total super!

Fünf SterneOkay, es wird sicher niemanden wundern, dass ich 5 von 5 Sternen vergebe, oder?

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Rezension: Drei Tage Manhattan-Begleitung gesucht.

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 Titel: Drei Tage Manhattan-Begleitung gesucht.
[Original: The Proposal.]
Autor: Tasmina Perry.
Verlag: Berlin Verlag – Taschenbuch – 430 Seiten.
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Worum gehts

 „Ältere Dame sucht nette Begleitung für Manhattan-Abenteuer vom 23. bis 27. Dezember.“ Für Amy Parrett, die junge New-Yorkerin in London, kommt diese Anzeige wie gerufen. Gerade hat ihr ehrgeiziger Freund Amy den Laufpass gegeben, statt ihr wie erhofft auf dem Tower von London einen Heiratsantrag zu machen. Die zweiundsiebzigjährige Georgia Hamilton ist zwar das genaue Gegenteil von ihr – vornehm, kultiviert und very british –, schließt die junge Amerikanerin aber sofort in ihr Herz. Als Georgia im weihnachtlichen Manhattan von Amys gebrochenem Herzen erfährt, beginnt sie ihre eigene Liebesgeschichte zu erzählen, eine tragische Geschichte, die ins Jahr 1958 nach London und zu den prächtigen Bällen der Debütantinnen führt. Und Amy begreift allmählich, dass sie es in der Hand hat, eine tiefe Verletzung im Leben ihrer älteren Freundin zu heilen.

Meine Meinung

Zirka seitdem ich die Hälfte dieses Buches hinter mir hatte, überlege ich bereits, ob ich eine Rezension schreiben, oder es doch lieber lassen sollte. Aber letztendlich hat meine „Ich muss meine Meinung in die Welt hinaus schreien!„-Ader gewonnen und jetzt bin ich hier gelandet und ihr scheinbar auch. Also lehnen wir uns doch einfach zurück, entspannen und erwarten, was ich scheinbar zu sagen habe.

Durch die „Aufnahmefrage“ einer Lovelybooks-Leserunde bin ich auf die Geschichte von Amy und Georgia aufmerksam geworden. Diese lautete [so oder so ähnlich]: Was würdet ihr denken, wenn ihr eine solche Anzeige lesen würdet? Würdet ihr darauf reagieren oder es nur als Jux und Tollerei abtun? Ich war – und bin es immer noch – der Meinung, dass eine Antwort definitiv nicht schaden kann. Immerhin kann so eine Reise zu einer wunderbaren Erfahrung werden, einem Abenteuer, von dem man noch Jahre später freudestrahlend erzählt.. Und, dass solche netten, alten Damen doch eigentlich immer ein paar tolle Geschichten und nützliche Weisheiten auf Lager haben. Also.. No risk, no fun!

Drei Tage Manhatten-Begleitung gesucht ist [mal so nebenbei bemerkt ein ganz fürchterlicher Titel] mein allererstes Buch der britischen Autorin Tasmina Perry und konnte mich leider nicht so ganz überzeugen, noch andere Werke von ihr zu lesen.. Zwar haben mir der ursprüngliche Gedanke, sowie der Aufbau der Geschichte sehr gut gefallen, jedoch habe ich sie mir vollkommen anders vorgestellt und es gibt in meinen Augen viele Dinge, die verbesserungswürdig sind. Die Kapitel wechselten zwischen dem Blickwinkel von Amy Carrell [Ja. In der Beschreibung oben steht „Parrett“, im Buch heißt sie jedoch plötzlich „Carrell“.. Hoppla!] – einer jungen Amerikanerin die in London lebt, kürzlich von ihrem Freund verlassen wurde und auf die Zeitungsanzeige von Georgia Hamilton antwortet um über Weihnachten nach Hause zu kommen – und Georgias Erinnerungen aus ihrer Jugend, die mit steigender Seitenzahl auch an Tragik wächst. Die Kapitel, in denen es um Amys und Georgias Reise nach Manhattan ging, konnten mich nur an ein paar wenigen Stellen fesseln und ich war sehr enttäuscht, dass man wirklich überhaupt nichts von diesem typischen Reise-Feeling gespürt hat, das man bei solchen Geschichten sonst immer bekommt. Hier hat sich die gute Frau Perry scheinbar kaum Mühe gegeben, all die schönen Orte zu beschreiben, die es zu entdecken gibt. Was mich außerdem mehr als einmal gestört hat, war die sehr Klischee-behaftete Weise, wie sie Amy [und vor allem ihre Beziehung zu diesem blöden Mistsack Daniel *Entschuldigung*] beschrieben hat. Ich kann euch sagen: Die Theorie über das Ende ihrer Geschichte, die ihr euch bereits nach ein paar Kapiteln zurechtlegt.. Die stimmt zu allerhöchster Wahrscheinlichkeit. Die Rückblicke in Georgias Vergangenheit dagegen sind ihr sehr gut gelungen. Die Darstellung der prunkvollen Debütantinnenbälle im Jahr 1958, der Klatsch und Tratsch und der Konkurenzkampf sowie die entstehenden Freundschaften unter den Mädchen kamen mir realistisch vor und es hat mir Spaß gemacht, diese Kapitel zu lesen. Und auch wenn die junge Georgia gerne mal ihre naiven Momente hat, wirkt das erfreulicherweise nicht im Ansatz zu Klischee-mäßig, wie bei der guten Amy. Puuuh.

Fazit

Drei Tage Manhatten-Begleitung gesucht ist im Grunde genommen kein schlechtes Buch. Aber in meinen Augen auch nicht unbedingt ein Gutes. Man sollte bestenfalls nicht allzu genau über die Geschichte nachdenken wollen oder große Charakterentwicklungen erwarten. So für Zwischendurch – als „Fun-Read“ – ist es durchaus zu gebrauchen und man kann seinen Spaß damit haben. Immerhin ist Georgia eine sehr liebenswerte Figur mit einer interessanten und zum Teil sehr tragischen Hintergrundgeschichte und selbst Klischee-Amy Parrett/Carrell hat dann und wann ihren Charme.

Zwei SterneIch vergebe 3 von 5 Sternen [aber eigentlich nur 2,5]

Rezension: Der Ozean am Ende der Straße.

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Titel: Der Ozean am Ende der Straße.
[Original: The Ocean at the end of the lane.]
Autor: Neil Gaiman.
Verlag: Eichborn / Bastei Lübbe – Hardcover – 238 Seiten.
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Worum gehts

Anlässlich einer Beerdigung kehrt ein Mann mittleren Alters in seinen Heimatort zurück. Das Haus, in dem er aufwuchs, steht längst nicht mehr, doch es zieht ihn zu der Farm am Ende der Straße. Hier lebte früher Lettie Hempstock mit ihrer Mutter und Großmutter. Der Mann hat seit Jahrzehnten nicht mehr an die außergewöhnliche Lettie gedacht. Doch nun kehren die Erinnerungen wieder zurück: an den Ententeich, der angeblich ein Ozean sein soll. An eine Vergangenheit, die zu seltsam, zu beängstigend und zu gefärhrlich ist, als dass sie jemandem hötte widerfahren dürfen, schon gar nicht einem kleinen Jungen … Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem Roman von der übergroßen Macht von Freundschaft und Vertrauen in einer Welt, in der nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Meine Meinung

Das erste, was mir in den Sinn kam, als ich Der Ozean am Ende der Straße ausgelesen hatte, war: „Warte mal.. Hatte der Hauptcharakter überhaupt einen Namen?“ – Nein, Isa, hatte er nicht. Zumindest wurde er nie erwähnt. Ganz genau – Das ist wie damals bei Fight Club und du hast es wieder die ganze Zeit lang nicht mitgekriegt. Gut gemacht! Naja, jedenfalls…

Ich liebte unseren namenlosen Hauptcharakter, der viele meiner eigenen Eigenschaften als Kind inne hatte: Er liebt Bücher, ist nicht sonderlich sozial, sondern lebt lieber in seiner eigenen, kleinen Fantasiewelt.. Und – was am wichtigsten ist – er ist tierlieb und vernarrt in ein kleines Kätzchen. So hat er sich sofort einen Platz in meinem Herzen ergattert. Genau wie die herrliche Lettie Hempstock!

Ehrlich gesagt fällt es mir relativ schwer, meine restlichen Gedanken in Worte zu fassen. Ich habe mir nach den einzelnen Kapiteln auch keine Stichpunkte gemacht, oder ähnliche Gedankenstützen, die beim Schreiben dieser Rezension durchaus hilfreich wären.. Nein, ich habe einfach gelesen und gelesen und gelesen und plötzlich war ich schon am Ende der zweihundertachtunddreißig Seiten angelangt.
Der Ozean am Ende der Straße ist so ein Buch, das man ab einem gewissen Punkt nicht mehr aus der Hand legen kann und einfach verschlingen muss. Obwohl ich zu Anfang ein bisschen Zeit brauchte, um mich an die [in der deutschen Variante oft etwas stockige] Schreibweise zu gewöhnen, hatte ich schon nach ein paar Kapiteln überhaupt keine Probleme mehr damit und war vollkommen gefangen in dieser faszinierenden Welt, voller magischer und seltsamer Wesen. Die Geschichte baut schnell Spannung auf, man lernt tolle Charaktere kennen, und auch wenn das böse Monster eigentlich gar nicht böse ist [und das oft erwähnt wird], kann man sich im einen oder anderen Moment auch ganz ordentlich gruseln.

Fazit

Neil Gaiman erzählt mit Der Ozean am Ende der Straße eine wunderbare Geschichte über ungewöhnliche Freundschaften, die in der Kindheit wie aus dem Nichts entstehen können. Er schreibt auf sehr metaphorische Weise über das Erwachsenwerden, über Vertrauen und Angst, und den Mut, diese zu besiegen. In meinen Augen ist dieses Buch die perfekte Wahl für die kältere Jahreszeit. Es lädt praktisch dazu ein, es sich – zusammen mit Kuscheldecke und Tee – auf der Couch gemütlich zu machen, und in die Welt von Lettie Hempstock und ihrem namenlosen Freund einzutauchen.

Ich erzähle dir jetzt etwas Wichtiges. Erwachsene sehen im Inneren auch nicht wie Erwachsene aus. Äußerlich sind sie groß und gedankenlos, und sie wissen immer, was sie tun. Im Inneren sehen sie allerdings aus wie früher. Wie zu der Zeit, als sie in deinem Alter waren. In Wirklichkeit gibt es gar keine Erwachsenen. Nicht einen auf der ganzen weiten Welt …

Vier SterneIch vergebe vier von fünf Sternen.

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Allerbesten Dank an Bastei Lübbe für dieses wunderschöne Rezensionsexemplar!
Der Ozean am Ende der Straße war mein allererstes Buch vom Herrn Gaiman und es hat mich definitiv überzeugt, noch mehr seiner Werke zu lesen.