Mein allererster Readathon: #5Books7Days

Readathons sind eine feine Sache. Ständig sehe ich Booktuber oder -blogger oder -instagrammer, die geradezu durch ihre To Be Read Stapel pflügen, während sie einen Readathon nach dem anderen bestreiten, und bin immer wieder beeindruckt. Selber an einem solchen teilgenommen habe ich jedoch noch nicht. Ob durch die Arbeit, sonstige soziale Verpflichtungen oder tausende Neben-Challenges, die es zu erfüllen gab – Mir hat schlicht und einfach immer die Zeit dafür gefehlt. Doch jetzt soll sich das ändern! Zwar habe ich gerade auch nicht mehr Freizeit als sonst [seitdem ich jede Woche Nachhilfe gebe und jetzt auch noch mit einem Yoga-Kurs begonnen habe, eigentlich sogar noch weniger. Shit.], aber.. Hey! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder so.

Und siehe da, auf Instagram taucht auch gleich der passende Lese-Marathon auf!
Lottelikesbooks veranstaltet dort nämlich #5Books7Days. Die Regeln erklären sich von selbst: Innerhalb von sieben Tagen soll man fünf Bücher beginnen und beenden. Die Seitenzahl ist egal, die Themen sind egal. Dem selbsterstellten TBR sind keine Grenzen gesetzt! [Nur wer Lust hat, kann sich noch der Aufgabe annehmen, den TBR-Stapel in Regenbogenfarben zu gestalten. Das ist aber komplett freiwillig.] Also wirklich der ideale Readathon-Einstieg für Noobs wie mich! Schöne Sache, Harry.

Die ganze Aktion findet schon nächste Woche statt, also vom 22.02.2016 bis 28.02.2016.

In den letzten Tagen habe ich mir also Gedanken gemacht, welche Bücher auf meiner #5Books7Days-Liste stehen sollten. Das Ergebnis seht ihr dort oben. Für die Akten hier aber nochmal schriftlich:

The Wolves of Willoughby Chase – Joan Aiken
The Night Circus – Erin Morgenstern
Das Wunder von Narnia – C.S. Lewis
Attachments – Rainbow Rowell
Landline – Rainbow Rowell

Ich bin echt gespannt, ob ich sie alle schaffen werde! Zwar habe ich nur solche Bücher ausgesucht, die nicht allzu viele Seiten haben, aber man weiß ja nie, was die Woche so bringt. Außerdem habe ich am Donnerstag Geburtstag [beschenkt mich losloslos], also fällt der Tag ja so gut wie weg..
Aber naja, ich lasse mich mal überraschen. Meine Updates werde ich höchstwahrscheinlich nicht auf meinem Instagram-Account posten [zu viele Real-Life-Follower, ughh], sondern hier auf Twitter.


Habt ihr Readathon-Erfahrungen?
[Ich hoffe, ich konnte ein paar von euch zum Mitmachen animieren!
Falls ja: Sagt Bescheid, ich möchte gern wissen, wie ihr so voran kommt.]

Rezension: Der Ozean am Ende der Straße.

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Titel: Der Ozean am Ende der Straße.
[Original: The Ocean at the end of the lane.]
Autor: Neil Gaiman.
Verlag: Eichborn / Bastei Lübbe – Hardcover – 238 Seiten.
AmazonGoodreadsLovelybooksVerlagsseite.

Worum gehts

Anlässlich einer Beerdigung kehrt ein Mann mittleren Alters in seinen Heimatort zurück. Das Haus, in dem er aufwuchs, steht längst nicht mehr, doch es zieht ihn zu der Farm am Ende der Straße. Hier lebte früher Lettie Hempstock mit ihrer Mutter und Großmutter. Der Mann hat seit Jahrzehnten nicht mehr an die außergewöhnliche Lettie gedacht. Doch nun kehren die Erinnerungen wieder zurück: an den Ententeich, der angeblich ein Ozean sein soll. An eine Vergangenheit, die zu seltsam, zu beängstigend und zu gefärhrlich ist, als dass sie jemandem hötte widerfahren dürfen, schon gar nicht einem kleinen Jungen … Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem Roman von der übergroßen Macht von Freundschaft und Vertrauen in einer Welt, in der nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Meine Meinung

Das erste, was mir in den Sinn kam, als ich Der Ozean am Ende der Straße ausgelesen hatte, war: „Warte mal.. Hatte der Hauptcharakter überhaupt einen Namen?“ – Nein, Isa, hatte er nicht. Zumindest wurde er nie erwähnt. Ganz genau – Das ist wie damals bei Fight Club und du hast es wieder die ganze Zeit lang nicht mitgekriegt. Gut gemacht! Naja, jedenfalls…

Ich liebte unseren namenlosen Hauptcharakter, der viele meiner eigenen Eigenschaften als Kind inne hatte: Er liebt Bücher, ist nicht sonderlich sozial, sondern lebt lieber in seiner eigenen, kleinen Fantasiewelt.. Und – was am wichtigsten ist – er ist tierlieb und vernarrt in ein kleines Kätzchen. So hat er sich sofort einen Platz in meinem Herzen ergattert. Genau wie die herrliche Lettie Hempstock!

Ehrlich gesagt fällt es mir relativ schwer, meine restlichen Gedanken in Worte zu fassen. Ich habe mir nach den einzelnen Kapiteln auch keine Stichpunkte gemacht, oder ähnliche Gedankenstützen, die beim Schreiben dieser Rezension durchaus hilfreich wären.. Nein, ich habe einfach gelesen und gelesen und gelesen und plötzlich war ich schon am Ende der zweihundertachtunddreißig Seiten angelangt.
Der Ozean am Ende der Straße ist so ein Buch, das man ab einem gewissen Punkt nicht mehr aus der Hand legen kann und einfach verschlingen muss. Obwohl ich zu Anfang ein bisschen Zeit brauchte, um mich an die [in der deutschen Variante oft etwas stockige] Schreibweise zu gewöhnen, hatte ich schon nach ein paar Kapiteln überhaupt keine Probleme mehr damit und war vollkommen gefangen in dieser faszinierenden Welt, voller magischer und seltsamer Wesen. Die Geschichte baut schnell Spannung auf, man lernt tolle Charaktere kennen, und auch wenn das böse Monster eigentlich gar nicht böse ist [und das oft erwähnt wird], kann man sich im einen oder anderen Moment auch ganz ordentlich gruseln.

Fazit

Neil Gaiman erzählt mit Der Ozean am Ende der Straße eine wunderbare Geschichte über ungewöhnliche Freundschaften, die in der Kindheit wie aus dem Nichts entstehen können. Er schreibt auf sehr metaphorische Weise über das Erwachsenwerden, über Vertrauen und Angst, und den Mut, diese zu besiegen. In meinen Augen ist dieses Buch die perfekte Wahl für die kältere Jahreszeit. Es lädt praktisch dazu ein, es sich – zusammen mit Kuscheldecke und Tee – auf der Couch gemütlich zu machen, und in die Welt von Lettie Hempstock und ihrem namenlosen Freund einzutauchen.

Ich erzähle dir jetzt etwas Wichtiges. Erwachsene sehen im Inneren auch nicht wie Erwachsene aus. Äußerlich sind sie groß und gedankenlos, und sie wissen immer, was sie tun. Im Inneren sehen sie allerdings aus wie früher. Wie zu der Zeit, als sie in deinem Alter waren. In Wirklichkeit gibt es gar keine Erwachsenen. Nicht einen auf der ganzen weiten Welt …

Vier SterneIch vergebe vier von fünf Sternen.

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Allerbesten Dank an Bastei Lübbe für dieses wunderschöne Rezensionsexemplar!
Der Ozean am Ende der Straße war mein allererstes Buch vom Herrn Gaiman und es hat mich definitiv überzeugt, noch mehr seiner Werke zu lesen.