Drei Monate On The Road – Von Malaysia bis Indonesien.

Hey, people!

Während ich hier so auf der Terrasse meines Homestays in Sanur – einer Hafenstadt auf Bali – sitze, den leicht schwindelerregenden Gestank meiner Moskito-Spirale inhaliere, Kokosnuss-Kekse und frische Bananen aus Oppis Garten futtere und diese Zeilen schreibe, kann ich eigentlich gar nicht glauben, dass schon wieder ein Monat meiner Reise vergangen ist. Und dass ich – was viel krasser ist – nur noch ungefähr zehn Tage in Asien übrig habe und es für mich am 24. September schon wieder zurück in Richtung Europa geht! Die Zeit vergeht wirklich anders, wenn man nicht jeden Tag 8 Stunden im Büro sitzt und in einen Computerbildschirm starrt.. Aber ich schweife ab. Jetzt muss ich ja erstmal ein bisschen des Bildschirm-Starrens nachholen und euch auf den neusten Stand meiner Erlebnisse bringen.  Also lehnt euch zurück und genießt diesen [vorerst letzten?] Was-Isa-So-In-Südostasien-Gemacht-Hat Blogpost!

Wie immer werde ich keine Zusammenfassung der letzten Geschehnisse geben [wer noch nicht up to date ist, kann das gern hier, hier, hier und hier aufholen] und direkt starten. Am 16. August habe ich die Cameron Highlands verlassen und mich in einen super bequemen Bus gesetzt, der mich innerhalb von vier Stunden in die Landeshauptstadt Kuala Lumpur gebracht hat. Die Fahrt an sich war super, nur leider saß im Gang neben mir eine alte Frau, die so nach zwei Stunden mal ganz sneaky in eine Plastiktüte gekotzt und besagte Tüte dann lässig an ihren Sitz gebaumelt hat.. Aber abgesehen davon ist Busfahren in Malaysia echt super!

Kuala Lumpur ist eine sehr coole Stadt und ich hatte ein paar schöne Tage dort. Ich habe mich in viel zu großen Shoppingmalls verloren, war im Planetarium, bin einige Stunden in den Botanischen Gärten herumgewandert und habe Podcasts gehört oder saß dort einfach nur am See und habe mich von Moskitos auffressen lassen Tagebuch geschrieben. Außerdem habe ich schon kurz nach meiner Ankunft im Hostel Jo kennengelernt, eine Kanadierin, die gerade ein Jahr als Englisch-Lehrerin in Thailand gearbeitet hat. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, den ein oder anderen Nachtmarkt geplündert, die Batu-Caves bestaunt und eine richtig coole Marvel-Ausstellung zusammen besucht! Und da Jo sogar noch ein größerer Fan des MCU ist als ich, hat das ganze Erlebnis noch viel größeren Spaß gemacht. Loved it 3.000.

Jo hatte einen etwas kürzeren Aufenthalt in Kuala Lumpur, weil sie noch einen kleinen Abstecher in die Cameron Highlands machen wollte, aus denen ich ja gerade erst herkam. Wir haben es dann aber trotzdem geschafft, uns ein paar Tage später in Malakka [eine Küstenstadt im Süden Malaysias] wiederzutreffen.

Auch in Malakka fand ich es ziemlich schön, obwohl wir insgesamt vielleicht ein bisschen zu lange dort waren. Irgendwann sind uns nämlich die täglichen Beschäftigungen ausgegangen, was besonders aus dem Grund scheiße war, dass unser Hostel tagsüber die Klimaanlage ausgeschaltet hat und wir quasi gezwungen waren, rauszugehen und Dinge zu unternehmen. Aber letztendlich war es natürlich nur halb so schlimm und wir haben die Zeit genutzt, um die Stadt zu erkunden, uns viel Streetart und Ruinen von alten Gemäuern anzusehen, einen ganzen Tag im Museum zu verbringen, viel in Cafés rumzuchillen und zu schreiben und – natürlich – auf die örtlichen Nachtmärkte zu gehen. Dort haben wir sogar einen deutschen Dude mit Bratwurst-Stand getroffen und ich habe Jo dazu genötigt, ihre erste, echte deutsche Bratwurst zu essen und ein Spezi zu trinken. Sie sagt, es hat ihr sehr gut geschmeckt, aber ich hätte eigentlich auch keine andere Antwort zugelassen. ;D

Nach Malakka hat meine Reise durch Malaysia dann ein Ende gefunden und es ging weiter nach Singapur, wo ich mich auch wieder von Jo verabschieden musste. Singapur ist unter Backpackern immer ein bisschen verrufen, weil die Preise dort doch sehr westlich sein können. Aber um ehrlich zu sein, hat mir das gar nichts ausgemacht. Ich fand die Stadt total faszinierend, weil es sich wirklich so anfühlt, als würde man fünf Jahre in die Zukunft schauen, wenn man da durch die Straßen zieht. [In eine gute Zukunft, versteht sich. Eine, in der wir noch nicht durch den Klimawandel gestorben sind, ya know?] Egal, wo man hinsieht: Alles ist total sauber und geordnet, nirgendwo liegt auch nur ein Fetzen Müll rum, die Architektur ist größtenteils echt abgespaced und mit den Supertrees und dem Changi Airport will ich gar nicht erst anfangen. Und auch, wenn die Preise für Ho[s]tels und Sehenswürdigkeiten definitiv höher sind als im Rest von Südostasien, bekommt man hier echt was geboten!

In Singapur habe ich mich auch wieder mit Katie [die ich ja gleich am Anfang meiner Malaysia-Reise kennengelernt hatte] getroffen und zusammen haben wir uns mehrere Lichtershows angesehen, die Gardens by the Bay – inklusive Flower Dome und Cloud Forest – erkundet, haben nach gutem und günstigem Essen in Chinatown und Little India gesucht [und es auch gefunden] und waren zum Sonnenuntergang auf dem lächerlich pompösen Marina Bay Sands Hotel und haben die Skyline der Stadt bestaunt. Und natürlich auch einen Singapore Sling getrunken! Wie sich das gehört.

Als wir die Stadt ausführlich genug erkundet hatten, ging es für uns beide weiter nach Bali, wenn auch auf unterschiedliche Teile der Insel. Während es für Katie nach Canggu – ein kleines Surferparadies – ging, hat es mich nach Ubud verschlagen. Einfach, weil es das erste Ziel war, das bei meiner Google-Suche „Wo muss man in Bali gewesen sein“ als erstes aufgetaucht ist und ich manchmal sehr faul bin.

Ubud an sich hat mir gar nicht mal so gut gefallen, wenn ich ehrlich bin. Wer auch immer ins Internet schreibt, dass der Ort total „chill“ und „relaxed“ ist und man da ganz toll Yoga machen und zu sich selbst finden kann, spinnt. Ubud ist super kommerziell und übervoll mit weißen Touris, die den ganzen Tag in ihren tighten Yoga-Pants rumrennen, Starbucks-Kaffee schlürfen und gequirlte Kacke labern. Und entspannen kann man im Ort eigentlich auch gar nicht, weil es einfach viel zu hektisch ist, man immer Gefahr läuft, überfahren zu werden und der Verkehr einen in den Wahnsinn treibt. Nichtsdestotrotz gab es ein paar Dinge, die mir sehr gut gefallen haben: Ich bin nämlich in einem kleinen 8-Bett-Hostel, dem Sunshine Vintage House,  untergekommen, das mir die fünf Tage in Ubud definitiv gerettet hat! Nick, der Besitzer, hat sich so viel Mühe gegeben, dass sich jeder bei ihm wohl fühlt, das Haus lag etwas außerhalb, sodass man vom Straßenverkehr nicht so viel mitbekomme hat, es gab jeden Morgen ein fantastisches Frühstück und die Matratzen waren einfach nur ein Traum. Außerdem waren meine Mitbewohner alle supernett und wir haben einige coole Ausflüge gemacht.

Wir waren zum Bespiel auf einer Kaffee- und Teeplantage, wo wir eine herrliche Aussicht hatten und eine richtig große, kostenlose Verkostung von den dort angebotenen Produkten machen durften. Unter anderem habe ich dort den berühmt-berüchtigten Kopi Luwak [ihr wisst schon, den aus der Katzenscheiße] probiert und fand ihn sehr.. unterwältigend. Ich würd ihn am ehesten beschreiben als: „Ich habe die Kaffeemaschine mit Essig entkalkt und sie dann nicht oft genug mit Wasser durchlaufen lassen und deshalb schmeckt mein Kaffee jetzt irgendwie sauer, aber ich will ihn auch nicht wegkippen, denn Kaffee ist halt einfach teuer“?! Solltet ihr also mal in die Verlegenheit kommen, Kopi Luwak gegen teures Geld probieren zu können: REMEMBER MY WORDS!

Aber natürlich haben wir nicht den ganzen Tag mit dem Trinken von Katzenausscheidungen verbracht. Nein, wir waren auch auf der wunderschönen Tegalalang Rice Terrace, in einem Wassertempel und bei einem „versteckten“ Wasserfall. [„Versteckt“ schreibe ich in Anführungszeichen, weil da zwar fast keine Touristen waren, der Wasserfall aber einen Instagram-Account hatte.] Fazit des Ganzen war also, dass Ubud an sich schon recht hässlich ist, die umliegenden Dörfer und Felder aber dafür umso schöner sind!

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Nach Ubud wollte ich endlich mal eine Pause von meinem [bereits seit 1,5 Monaten ununterbrochen bestehenden] Hostel-Life machen und habe mich mit dem Boot in Richtung Nusa Lembongan aufgemacht. Auf dieser kleinen Insel ist superwenig los, weshalb ich mir dort fünf Nächte in einem schönen Bungalow mit Pool und Frühstück gegönnt habe. Ich war absolut bereit, einfach rumzuliegen und zu lesen und Netflix zu schauen! Und dann war ich ungefähr eineinhalb Tage lang dort und habe – entschuldigt die Ausdrucksweise, aber ich sag’s euch, wie’s is – so richtig schön die Scheißerei gekriegt. Great! Also hab ich die nächsten fünf Tage damit zugebracht, rumzuliegen und zu lesen und Netflix zu schauen – Nur eben unter schrecklichen Bauchschmerzen und mit der gelegentlichen Klo-Pause. Alle zehn Minuten.. Aber naja, immerhin konnte ich den ersten Tag auf der Insel nutzen, um ein paar coole Küstenabschnitte zu sehen.

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Nach Nusa Lembongan hatte ich mir – in der dummen Annahme, dass ich bis dahin wieder gesund sein würde – auf der größeren Nachbarinsel Nusa Penida ein Hostelbett gebucht. Dumm war die Annahme, da ich natürlich noch nicht wieder gesund war. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie schön dieser Hostel-Aufenthalt und vor allem auch das Gemeinschaftsbad war. ¯\_(ツ)_/¯ Meine vier Tage auf Nusa Penida habe ich also auch größtenteils leidend und liegend verbracht. Nur an einem Tag habe ich mich mal aufgerafft und habe mir mit einem deutschen Girl aus dem Hostel einen Roller gemietet, mit dem wir ein bisschen die Gegend erkundet haben. Wir waren am Crystal Bay, dem Broken Beach und dem Kelingking Beach. Die Ausblicke waren wirklich schön und wir konnten sogar ein paar Delfine beobachten!

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Nach Nusa Penida hatte ich dann aber wirklich die Schnauze voll vom Insel-Leben und bin mit dem Speedboat wieder zurück nach Bali gefahren. Ja, und hier sitze ich nun – wie ganz oben schon angeschnitten – auf der Terrasse meines Homestays in Sanur. Meine Magen-Darm-Geschichte hat sich nach zehn vollen Tagen des Leids nun endlich beruhigt und ich konnte mich gestern und heute mal wieder von anderen Dingen ernähren, als nur von Reis, Toast und Suppe. Thank God für Kohletabletten!

Und mit diesen weisen Worten beende ich meinen heutigen Zwischenbericht. Morgen verlasse ich Sanur und ziehe weiter nach Seminyak, danach geht’s in ein Hotel in Kuta in der Nähe des Flughafens. Ja, und dann bin ich auch schon wieder auf dem Weg zurück nach Europa! Genauer gesagt fliege ich von Singapur nach Athen, bleibe dort für ein paar Tage und mache mich dann mit Bus und Bahn auf den Heimweg, damit ich auch pünktlich zur Kirmes wieder meinen Kirchturm sehen kann!

Bis dahin: Haltet aus und bleibt stark. Ich bin ja bald wieder Zuhause. ;D

2 Gedanken zu „Drei Monate On The Road – Von Malaysia bis Indonesien.

  1. Miss Bookiverse

    Was du von Singapur beschreibst klingt toll!! Vor allem diese ganzen Lichtershows würde ich auch gern mal sehen. Ich war mal zur Zwischenreise einen Tag dort, vor vielen Jahren, und habe eigentlich nur die erdrückende Luftfeuchtigkeit in Erinnerung behalten xD

    Musste außerdem sehr lachen über dein Ubud- und Kaffeeverkostungsbeschreibung xD

    Ich drücke dir die Daumen, dass das der einzige Krankheitsfall war, der dir auf Reisen begegnet ist. Klingt echt unangenehm! Vor allem wenn du alleine bist und dir niemand Suppe und Tee kocht 😦

    Gefällt 1 Person

    1. therealisapotter

      Die sind echt sehr schön! Nur die Musikauswahl lässt ein bisschen zu wünschen übrig. 😅 Die Luftfeuchtigkeit ist tatsächlich sehr ungeil! Da kann ich verstehen, dass die sich eingeprägt hat. 🙈 Insgesamt kann ich Singapur aber auf jeden Fall für ein paar Tage wärmstens empfehlen!

      Dankesehr! Sowohl fürs lachen als auch für die guten Wünschen. Ich hoffe auch, dass es das jetzt Krankheitsmäßig gewesen ist, auf mehr hab ich echt meine Lust. 😅

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