Rezension: Gemina.

Titel: Gemina.
Autoren: Amie Kaufman + Jay Kristoff.
Reihe: The Illuminae Files.
Vorgänger: Illuminae.
Nachfolger: Obsidio.
Verlag: Knopf Books for Young Readers – Hardcover – 659 Seiten.

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worum-gehts

Hanna is the station captain’s pampered daughter; Nik the reluctant member of a notorious crime family. But while the pair are struggling with the realities of life aboard the galaxy’s most boring space station, little do they know that Kady Grant and the Hypatia are headed right toward Heimdall, carrying news of the Kerenza invasion. When an elite BeiTech strike team invades the station, Hanna and Nik are thrown together to defend their home. But alien predators are picking off the station residents one by one, and a malfunction in the station’s wormhole means the space-time continuum might be ripped in two before dinner. Soon Hanna and Nik aren’t just fighting for their own survival; the fate of everyone on the Hypatia—and possibly the known universe—is in their hands. But relax. They’ve totally got this. They hope.

meine-meinung

Wie bereits in meiner Rezension über Illuminae angekündigt, habe ich die letzten Tage damit verbracht, mich auf die Veröffentlichung von Obsidio vorzubereiten und innerhalb kürzester Zeit den zweiten Band der Illuminae Files von Amie Kaufman und Jay Kristoff zu verschlingen. And chum: It was amazing!
Ich habe die folgende Rezension zur besseren Orientierung und Spoiler-Vermeidung mal ein bisschen aufgegliedert. Was die Spoiler angeht, habe ich versucht, diese so gut es geht zu vermeiden, aber wer Illuminae noch nicht gelesen hat [und ich wüsste keinen plausiblen Grund dafür!] und möglichst unwissend an die Buchreihe herangehen möchte, dem empfehle ich trotzdem, lieber nicht weiterzulesen.

Plot: Gemina setzt zeitlich so ziemlich genau da an, wo Illuminae aufgehört hat, spielt aber nicht an Bord eines Raumschiffs, sondern auf der Jumpstation Heimdall. Dorthin sind unsere Protagonisten aus dem ersten Band mit der Hypatia unterwegs, um Hilfe zu suchen und das Wurmloch der Station zu nutzen, um BeiTech Industries zu entkommen und die Wahrheit über deren Verbrechen auf Karenza im Universum zu verbreiten. Die Geschichte beantwortet auch gleich zu Beginn eine sehr wichtige Frage: Die Alexander und die Hypatia waren sechs Monate auf der Flucht und haben mehrmals „SOS“ in den Weltraum geschrien.. Wieso kam niemand zu Hilfe oder hat wenigstens auf die Notrufe geantwortet? Aber – wie sollte es auch anders sein – werden auch mindestens genauso viele neue Rätsel aufgeworfen, wie beantwortet.

Man findet schnell in die Geschichte herein und auch wenn wieder alles über ein Dossier aus Dokumenten, Protokollen, Chat-Logs und Ähnlichem erzählt wird, und wir keine typische Schilderung der Ereignisse haben, fällt es überhaupt nicht schwer, Schritt zu halten. Apropos „Schritt halten“: Das Tempo wird in Gemina noch weiter angezogen und ein spannendes Ereignis jagt das Nächste. Außerdem gibt es einige Twists and Turns, bei denen einem [um mal mit den Metaphern weiterzumachen] schon etwas schwindelig werden kann. Einige Lösungen waren mir aber leider ein wenig zu plump und nicht unbedingt nach meinem Geschmack, was auch der Grund ist, warum ich in meiner Bewertung einen Stern abgezogen habe.

Charaktere: Oftmals ist es schwierig, sich an neue Charaktere zu gewöhnen, wenn zwischen den Büchern einer Reihe der Schauplatz wechselt und man plötzlich wieder von Neuem anfangen muss, sich mit ihnen vertraut zu machen. Gemina schafft es aber spielend leicht, uns neue und interessante Protagonisten vorzustellen, ohne dass die Trennung von Kady, Ezra und AIDAN allzu schwer fällt. Zwar fand ich es schade, dass wir so lange Zeit ohne die drei verbringen mussten [ich hatte sie einfach schon zu sehr in mein Herz geschlossen, not gonna lie], aber Hanna, Nick und Ella stehen ihren Vorgängern in nichts nach. Sie sind intelligent, vielschichtig, witzig und voller Überraschungen. Gerade bei Hanna Donnelly – der verwöhnten, reichen Tochter des Commanders von Jumpstation Heimdall – hatte ich erst angenommen, nicht mit ihr warm werden zu können, da sie erst sehr eingebildet und anstrengend wirkte. Aber falsch gedacht: Als Heimdall von BeiTech überfallen wird und eigentlich alles den Bach runtergeht, zeigt sie, dass mehr in ihr steckt, als der erste Eindruck vermuten lässt. Und dass ihr Vater kein wehrloses, dummes, kleines Mädchen aufgezogen hat.. Aber auch Nik Malikov und seine Cousine Ella sind tolle Charaktere, die man sehr gern begleitet. Nik ist charmant und lustig, hat eine interessante Hintergrundgeschichte und seine Freundschaft mit Ella ist einfach süß und herzerwärmend. Und Ella selbst? Hach, Ella ist einfach die Beste. Immerhin ist sie ein badass Hacker-Girl und wir wissen ja alle, wie sehr ich badass Hacker-Girls liebe!

Gestaltung: Ich hätte es nicht zu träumen gewagt, aber die Gestaltung von Gemina ist sogar noch aufwendiger und kreativer als die von Illuminae. Es ist einfach der Wahnsinn, wie viele weitere Wege Amie Kaufman und Jay Kristoff gefunden haben, um ihre Geschichte noch lebendiger zu machen. Besonders gut gefallen hat mir hierbei Hannas Tagebuch, das auch mit in den Illuminae Files abgedruckt ist. Hanna ist nämlich künstlerisch begabt und dokumentiert ihr Leben in der „most boring space station in the galaxy“ auf sehr lustige Weise in kleinen Skizzen, Comics und Diagrammen. Gezeichnet wurden diese übrigens von Marie Lu, der Autorin von Legend und The Young Elites! Das ist doch mal ein cooler Funfact, oder?

QgaBwBs

Hörbuch: Beim Hörbuch bin ich diesmal etwas zwiegespalten, wenn ich ehrlich sein soll. Natürlich ist es wieder sehr qualitativ produziert, der Sprecher-Cast ist fantastisch und auch hier wurden viele neue Wege gefunden, um dem Hörer die verschiedenen graphischen Darstellungen entsprechend zu vermitteln. Das hat grundsätzlich auch bestens funktioniert, nur bei Hannas Zeichnungen geht eben viel verloren – was natürlich ganz logisch ist. Außerdem [und das ist nur meine ganz persönliche Empfindung!] war Hannas Sprecherin unheimlich anstrengend. Sie hatte den „I’m a rich, little girl and daddy loves me“ Tonfall absolut perfekt drauf – zu perfekt – und für mich war das einfach too much. Auch ihre Betonungen – vor allem bei Worten, die mit einem S geendet haben [„Thankssssss“] – und ihr oftmals sehr gleich klingender Sprachrhythmus [sagt man das so?] waren für mich sehr nervig. Aber hey, das geht wahrscheinlich jedem anderes, vielleicht fällt es manch Anderem gar nicht erst auf und ich bin einfach nur zu pingelig.

Lese-Empfehlung: Wenn ihr die Zeit und das Geld habt, in Buch und Hörbuch zu investieren, würde ich auch hier wieder vorschlagen, parallel zu lesen und zu hören. Das Hörbuch ist schon ein echtes Erlebnis und wie auch bei Illuminae gibt es da einfach nichts Vergleichbares.

fazit

Müsste ich Gemina spontan mit einem Meme beschreiben, würde ich ohne zu zögern dieses auswählen:

Illuminae: Who are you?
Gemina: I’m you. But stronger.

Und das ist so passend! Gemina vereint alle positiven Seiten von Illuminae und schraubt sie nochmal ein Stückchen höher. Die Erzählweise ist noch lebendiger und kreativer und die Spannung ist oft kaum auszuhalten. Es steht mehr auf dem Spiel, es gibt mehr Plottwists, mehr Liebe, mehr Intrigen und mehr Aliens! Dieses Buch ist definitiv eine perfekt gelungene Fortsetzung der Illuminae Files und macht umso gespannter auf den finalen Band der Reihe. Zum Schluss kann ich mich nur erneut auf meine erste Rezension beziehen und euch allen ans Herz legen: Besorgt euch dieses [Hör-]Buch und lest, Leute, lest!

4Sterne

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Ein Gedanke zu „Rezension: Gemina.

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